An die Nürnberger Medien

Nürnberg, 30.11.2011

Verleihung der Verfassungsmedaille in Silber an Pfarrerin i.R. Hertha Steinmaier


am 1.Dezember 2011


Gelebte Nächstenliebe und politisches Engagement wird gewürdigt! Das Nürnberger Evangelische Forum für den Frieden freut sich sehr über die Verleihung der Bayerischen Verfassungsmedaille an Pfarrerin i.R. Hertha Steinmaier am kommenden Donnerstag in München. Hertha Steinmaier arbeitet seit über 30 Jahren beim NEFF mit. Das Engagement für den Frieden ist ihr spätestens seit der Stationierung von Atomraketen in Deutschland Anfang der 80er Jahre zur Herzensangelegenheit geworden. „Krieg soll nach Gottes Willen nicht sein!“

So war sie schon bei einem der ersten Ostermärsche (1983) eine der RednerInnen. Mit ihrer zugewandten Art gelang es ihr oft, auch Menschen anderer Meinung zu erreichen oder gar zu überzeugen. Hertha Steinmaier lebte mit ihrem Mann, Pfarrer Walter Steinmaier, 31 Jahre in der Gemeinde St.Jobst in Nürnberg. Dort beteiligte sie sich an den Aktivitäten der Friedensinitiative Nordost (FINO), die als eine der wenigen auch heute noch besteht. Flüchtlinge, Menschen, die unter den Folgen von Krieg und weltweiter Ungerechtigkeit am meisten zu leiden haben, waren der Pfarrerin immer wichtig. Sich um den Nächsten kümmern war und ist bei ihr stets ganz konkret. Da nimmt es nicht wunder, dass eines der ersten Kirchenasyle in Bayern 1990 im Alten Jobster Pfarrhaus stattfand. Die 5köpfige Familie Steinmaier teilte Monate lang Tisch und Stuhl und vor allem auch das winzige Bad mit einem Flüchtling aus Bangla Desh. An der Gründung des Ökumenischen Kirchenasylnetz Bayern im Jobster Gemeindehaus war Hertha Steinmaier maßgeblich beteiligt.

Als Hertha Steinmaier nach dem Studium 1970 nach Nürnberg kam, waren Frauen im Pfarramt noch die Ausnahme. Das Vikariat absolvierte sie an der Gnadenkirche am Rande des ehemaligen Obdachlosenlagers Schafhof. Schon damals war es ihr wichtig, „dass Menschen, die es sonst aufgrund ihrer besonderen Geschichte schwerer haben, nicht diskriminiert werden, sondern einen Platz haben und Solidarität erleben und leben.“.

Eine Haltung, nach der sie in den letzten 12 Jahren als Pfarrerin im Lorenzer Laden mit großem persönlichen Einsatz weiterarbeitete. Doch genauso wie im Flüchtlingsrecht ging und geht es Hertha Steinmaier nicht um Almosen, sondern immer auch um rechtliche und politische Veränderungen für den einzelnen Menschen. Da wird immer deutlich, dass die „Option für die Armen“ nicht im Spenden sammeln und Verteilen stecken bleiben darf. Es geht auch um gerechte Teilhabe an allen Ressourcen!

Die Bayerische Verfassungsmedaille in Silber wird an Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens verliehen, die sich in besonderer Weise um die Verwirklichung der Grundsätze der Verfassung verdient gemacht haben. Sie wird von der Präsidentin des Bayerischen Landtags auf Vorschlag der Fraktionen bzw. von einzelnen Mitgliedern des Landtags verliehen. Wir sind froh und dankbar, dass sie mit Hertha Steinmaier an eine Frau verliehen wird, die in aller Freundlichkeit und Gewaltfreiheit niemals locker lässt, wenn es um die Würde von Menschen geht!

Wir bitten um Veröffentlichung und danken für Ihre Unterstützung, mit friedlichen Grüßen,
Christine Mößner, Friedensarbeiterin
Nürnberger Evangelisches Forum für den Frieden

rev: 1.1 2011-12-09 11:07:46 +0000