Kardinal kritisiert Reformpläne der Arbeitsmarktpolitik
„Hier sind die Reformen nicht hilfreich“. Mit deutlichen Worten kritisiert Kardinal Marx die Reformpläne des Bundesarbeitsministeriums. „Die vorgeschlagene Reform führt im Effekt dazu, etwa eine halbe Million der 1,4 Millionen langzeitarbeitslosen Menschen schlicht abzuschreiben,“ so der Bischof. „Das ist mit unserem christlichen Menschenbild nicht vereinbar.“ Ursula von der Leyen will die Zuschüsse für arbeitslose Existenzgründer stark kürzen und bei den Ein-Euro-Jobs kräftige Streichungen vornehmen und so etwa acht Milliarden Euro einsparen.
Diese Pläne seien nicht geeignet, jedem Menschen eine Chance zu geben, „die Freiheitsmöglichkeiten in unserer Gesellschaft zu nutzen und aktiv mitzugestalten.“ Auch für die Arbeitsmarktpolitik müsse die Menschenwürde das zentrale Kriterium sein. „Kein Mensch ist überflüssig, jeder wird gebraucht“.
Eine sinnvolle, öffentlich geförderte Beschäftigung vermittle dagegen vielen Langzeitarbeitslosen Wertschätzung und Perspektiven. Gegen die Pläne der Arbeitsministerin müsse von Seiten der Kirchen protestiert werden.
rev: 1.1 2011-06-02 13:42:57 +0000